#konzert

12.04.2024 - 20:00 Konzert

Paul Plut | Support: Sophia Blenda

19:30 Vernissage: Ceaseless Watcher

hosted by kulturhof |

FREIER EINTRITT ZUR VERNISSAGE

EINTRITT KONZERT: Vorverkauf € 18.-* / € 16.- **\

EINTRITT KONZERT: Abendkassa € 21.- / € 16.- **\ € 8.-***

*Im Vorverkauf auf kupfticket.com/events/paul-plut

**Ermäßigungen für Studierende und Mindestpensionist*innen

***Ermäßigungen für Jugendliche bis 19 Jahre und wirtschaftlich schwache Personen / Kontingent liegt an der Abendkasse auf

Ticketreservierung zum Abendkassapreis über office@kulturhofvillach.at oder +43699/15088177 (bitte um Angabe von Name und Telefonnummer)

GRATIS EINTRITT für Besitzer*innen der Jugendcard - nur gültig bei Vorlage der Jugendcard

TurboTheater

Ceaseless Watcher / Unaufhörliche Betrachter

Ceaseless Watcher © TurboTheater

Vor den Konzerten laden Künstler*innen des TurboTheaters zur Vernissage im :schauraum mit dem Titel Ceaseless Watcher.

Sie schauen. Sie beobachten. Sie glotzen. Sie sehen zu. Sie machen Kommentare, unerwünscht. Sie klatschen und jubeln. Sie stören. Sie hoffen es wird lustig. Sie lachen. Sie weinen. Sie verlangen Zugaben. Sie lästern. Sie flüstern. Sie sind ruhig. Sie sind gelangweilt. Sie sind unbetroffen. Sie spiegeln alles auf der Bühne wieder.

Die Installation von Dan Gassinger - in Kooperation mit dem TurboTheater - stellt den Zuschauer in die Rolle des Performers. Wenn jede Bewegung, jedes Wort kritisiert, analisiert und begutachtet wird, ist alles Theater.

Konzept/Video/Ton: Dan Gassinger

Performer: Killian “Tiffy” Chyba, Ivan Filipovic, Dan Gassinger, Robin Grechenig, Lisa Hess, Eva Koren, Ray Nickerl, Sarah Schönfelder, Elena Schurian, Jonas Vitouch

Paul Plut

Herbarium

Seitdem Paul Plut 2016 mit dem Todesmarsch “Lärche” das erste Lebenszeichen als Solokünstler von sich gab, hat sich die Düsternis beharrlich an seine Fersen geheftet. Widmete er sich auf den vergangenen zwei Alben dem Tod (“Lieder vom Tanzen und Sterben”) und seinem steirischen Heimatort (“Ramsau am Dachstein nach der Apokalypse”), so ist das Jenseits diesmal anderswo zu finden. In seinem “Herbarium” (2024) versammelt Paul Plut zehn Lieder und Fragmente, die um den menschengemachten Schrecken, die kollektive Erschütterung und die leise Vorahnung kreisen, dass gerade etwas Großes in sich zusammenbricht, das nicht mehr so leicht aufzubauen sein wird.

PRESSEN, VERBINDEN, KONSERVIEREN

Erstmals überrascht Plut auf seinem neuen Tonträger mit Vertonungen anderer Künstler:innen (Christine Nöstlinger, Daniel Johnston, Garish, Hildegard Knef), sprachlicher Variationen (neben Dialekt auch Standard-Deutsch und Englisch) und neuen Stimmen (Barca Baxant, Nastasja Ronck, Violetta Parisini). Von den Vorgänger-Alben sind die Hörer:innen bereits auf eine große stilistische Bandbreite geeicht. Auch diesmal changiert Plut zwischen Tradition und Experiment (Salz, Samael), zwischen Harmonie und Härte (Wo einmal nichts war, Draußen fischt im Eis). Das mit dem Beginn des Ukraine-Kriegs datierte Stück “Zur gleichen Zeit” bildet den Kern des Albums, in dessen Magnetfeld sich die anderen Lieder bewegen. Dem durchdringenden Gefühl der Zerrüttung stellt Paul Plut sein “Herbarium” in den Weg; hier wird konserviert, zusammengehalten und verbunden. Jedem Tonträger (Kassette und digital) wird ein Buch beigelegt, in dem sich die Lieder zwischen gepressten Pflanzen, Texte zum Schaffensprozess, abgelichteten Objekte, literarische Inspirationen und versteckte Tracks einreihen.

ÜBER DEN KÜNSTLER

Paul Plut, geboren 1988 in Ramsau am Dachstein, ist autodidakter Musiker, Komponist und Texter. Er ist Teil der Bands Viech und Marta, komponiert für Film und Theater. Als Solokünstler reüssierte er mit den Alben „Lieder vom Tanzen und Sterben” (2017) und „Ramsau am Dachstein nach der Apokalypse” (2021). In Form eines monatlichen Newsletters teilt Plut Liner Notes, unveröffentlichte Demos und verwandtes Material mit seinen Hörer:innen.

Foto © Daniel Sostaric

Support: Sophia Blenda

Sophia Blenda © Sophie Löw

Sophia Blenda ist das Alter Ego von Sophie Löw, der 26-jährigen Singer/Songwriterin, die mit ihrer charakteristischen Stimme und ihren bemerkenswerten Texten bisher vor allem als Sängerin der Wiener Band Culk bekannt ist.

Culk veröffentlichen in den letzten Jahren zwei hervorragende, von Dunkelheit durchzogene und doch strahlend helle, von „existenzialistischem Postpunk“ (spiegel.de) durchwirkte Indierock-Alben, die als Kampfansage an tieferverwurzelte patriarchale Strukturen zu deuten sind. Sie durchleuchten vielschichtig das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft und deren Machtverhältnisse.

Nun tritt Löw als Sophia Blenda mit einem herausragenden Solo-Debütalbum in die Öffentlichkeit, auf dem sie um die Themenkomplexe Ängste, Selbstbestimmung, Gewalt und Schwesternschaft kreist. Im musikalischen Zentrum von „Die neue Heiterkeit“, einem intensiven Kammerpop-Entwurf, steht das Klavier, das mal düster, mal glamourös- melodiös durch die Songs trägt und Sophia Blendas Erzählung zugleich umhüllt wie enthüllt.

Manchmal steht da nur ihr Wort, minimalistisch umweht von fernen Klängen, die sich im nächsten Moment zu einem Sturm aus elektronisch-verzerrten, nervös-knarzenden Elementen und filmischen Streichern verdichten und einen musikalischen Rückhalt entwerfen für das ambivalente Empfinden zwischen Verletzlichkeit und Mut, zwischen Abhängigkeit und Selbstermächtigung. Immer, wirklich immer, vermittelt sich ein innerliches Luftholen, ein Moment, in dem sie alles von oben betrachtet.

Sophia Blenda ist die Vertreterin einer Generation, deren Frauen sich zugleich mutig und resigniert, abgekanzelt und gesehen fühlen. Einer Generation deren Ängste immer lauter werden, aber ungehört bleiben. Die Angst ist da, aber die Sehnsucht nach ihrer Überwindung bleibt bis zuletzt größer: „Offen bleibt wer in die Zukunft greift“, singt sie im Titelstück des Albums.


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